DER FUNKE ENTFACHT DAS FEUER

Aktualisiert: 11. Okt 2018



Ein Funke kann ganze Gedankenhäuser niederbrennen. Ein Funke ist manchmal alles, was es braucht.

Und dieser Funke möchte ich sein. Die eine Frage, die dazu führt, alles zu überdenken. Oder der eine Satz, der uns eine ganz neue Welt zeigt.

Aber von vorn. Denn bis vor ein paar Tagen war mir noch nicht klar, dass ich selbst dieser Funke bin.




Italien, mitten in Umbrien, auf einem riesigen Anwesen. Weite Felder, wilder Rosmarin, Feigenbäume und Schmetterlinge umgeben das Haus. Und allgegenwärtig ist die unglaublich beruhigende Stille. Vier Fotografinnen kommen zusammen, um sich mithilfe von Isabel Sacher Klarheit zu verschaffen.

Doch über was genau? Zu Beginn dachten wir alle, es geht um unser Business – unsere Fotografie und wie wir unsere Fotos besser verkaufen können. Aber es ging so viel tiefer als nur das.

Nach dem ersten Tag war uns allen klar: Nach diesem Retreat wird sich einiges ändern.

Die Runde mit Nadja, Desireé, Sina, Isabel und mir hätte nicht harmonischer sein können. Fünf Frauen, die sich auf Augenhöhe begegnen und keine Scheu davor haben, sich zu öffnen. Und ich denke genau das ist es, was dieses Treffen in Italien zu dem gemacht hat, was es war. Der erste Tag war von Ängsten geprägt. Ängste bezüglich unseres Business – unsere berufliche Zukunft. Aber schnell ging es um viel tiefere Themen, um Gedanken, die sich in unseren Köpfen eingeschlichen haben und die uns hindern, aus uns die beste Version von uns selbst zu formen.




DIE ANGST

Angst blockiert uns.

Doch hast du dich schon einmal gefragt, was Angst noch alles kann? Sie lässt uns in so vielen Momenten lebendig fühlen. Sie schafft es, dass wir über uns hinaus wachsen und Dinge bewältigen, die wir niemals für möglich gehalten haben. Angst ist vollkommen normal und Teil einer jeden Veränderung. Aber sie ist nutzlos und hinderlich, solange wir sie uns nicht zu eigen machen.

Vor wenigen Jahren war der Gedanke an Selbstständigkeit noch vollkommen abwegig für mich. Wieso sollte ICH von der Fotografie leben können? Was qualifiziert mich dazu, so viel Geld mit Fotos einzunehmen, dass ich davon leben kann? Und wie zum Henker soll ich davon den Rest meines Lebens leben können?

Ein Jahr nachdem ich mich nun dazu entschlossen habe, mich selbstständig zu machen, kann ich nun sagen: Angst bedeutet "Ich kann mit dieser Situation nicht umgehen". Aber genau da spielt uns das Gehirn einen Streich. Denn der Mensch ist zu so viel mehr fähig, als die Angst es uns glauben lässt.




DAS WARUM

Ich sag wie es ist, der erste Tag war wirklich ein harter Einstieg. Kurz und schmerzhaft hat Isabel das Pflaster abgerissen. Aber nur so konnte die Grundlage geschaffen werden, um die Aufgabe an Tag zwei zu bewältigen. Und das war der Tag mit meinem großen WOW-Moment, den ich wohl selbst so nie hätte erreichen können.

Wenn ich zurückblicke auf die Momente und Personen, die mich am meisten geprägt haben, kann ich mich glücklich schätzen, dass es so viele positive Dinge in meinem Leben gibt. Und noch dankbarer bin ich dafür, dass auf meinem bisherigen Weg so wenige Dinge passiert sind, die mich wirklich niedergeschlagen haben. Aber selbst diese gehören dazu und haben mich zu der gemacht, die ich heute bin.


Vielleicht wissen es die einen oder anderen – oder auch nicht, aber in Kurzfassung: Meine Mama ist ziemlich krank und das nun schon seit ein paar Jahren. Diese Geschichte verdient aber ein eigenes Kapitel. Dennoch gibt es einen Moment, den ich mit euch teilen möchte:

Steriles Arztzimmer, viele Sätze und noch mehr unverständliche Worte. Antikörper, CD-20 Rezeptoren, Lymphom, Chemotherapie – und ich sehe meine Mutter und weiß, sie versteht fast nichts.




Und das ist einer dieser Momente, auf die ich in meinem Leben stolz bin. Fremdwörter ergeben Sinn und eine einfache Zeichnung, die ich ihr anfertige, erklärt die vielen Stunden meiner Mutter am Tropf.

Ich bin ein Funke, der das Feuer in meiner Mutter schürt. Ich kann helfen, zu verstehen und zu akzeptieren.



DER FUNKE

In meinem Leben gibt es viele dieser Momente, in denen ich das große -OH- im Gesicht meines Gegenübers sehe. Manchmal dauert es nicht mehr als einen Moment, manchmal ist die Wirkung erst viel später zu erkennen. Aber ich weiß, der Funke ist gesetzt und das Feuer kann brennen.

Und ich rede hier nicht nur von Wissenserkenntnissen. Ich meine richtige WOW-Momente, die den Horizont erweitern und zum Umdenken bewegen. In diesen Momenten bin auch ich vollkommen erfüllt von all den Emotionen und dankbar, dass ich einen kleinen Teil dazu beitragen konnte.




DIE GESCHICHTE

Und das ist es, was Isabel uns am Ende gelehrt hat: Nicht, wie wir mehr Geld machen oder unsere Verkaufsstrategie anpassen. Nein, Isabel hat uns geholfen, einen Schritt mehr in die Richtung zu gehen, die uns glücklicher macht und uns erfüllt.

Durch sie weiß ich nun, WARUM ich auf dieser Welt sein will. Wahrscheinlich wusste ich es schon. Aber wirklich konkret formulieren konnte ich es noch nie. Denn wenn wir ehrlich zu uns selbst sind: Etwas so Großes wie unser WARUM wartet nicht einfach um die Ecke darauf, von uns gefunden zu werden. Wir müssen es suchen, tief graben und vor allem absolut und ohne Einschränkung ehrlich zu uns selbst sein. Ich bin der uneingeschränkten Überzeugung, JEDER von uns hat ein WARUM, das sein Leben erfüllt und seine Taten bestimmt. Vielleicht muss mancher sich einfach nur ein bisschen Hilfe holen, es zu finden.




Danke Isabel, dass du meine Stütze warst. Du hast mich inspiriert, die Geschichte zu schreiben, die ich am Ende meines Lebens mit Stolz erzählen will.




Diese wundervollen Frauen haben für mich diesen Creative Retreat zu dem gemacht, was er war. Schaut vorbei und lasst euch von ihrer Geschichte inspirieren.

(von links nach recht)

Miss Sina Photography

Nadja Fotografie

Desireé Jordi Photography

Isabel Sacher

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